Es gibt verschiedene Modelle wie der CO2-Ausstoß regulatorisch gesenkt werden kann. Neben Regelungen, die z.B. Autoherstellern einen maximalen Flottenverbrauch vorschreiben oder Anreize für mehr Dämmung oder zum Ausbau regenerativer Energien setzen, gibt es auch die Überlegung das CO2 unabhängig davon zu betrachten aus welchem Prozess es entsteht. In diesem Beitrag möchte ich deshalb auf die Idee der CO2-Steuer, CO2-Zertifikaten und der CO2-Kompensation eingehen.
Zuerst zu den Begriffen:
- Die CO2-Steuer besteuert den CO2-Ausstoß indem sie einen Preis je Tonne vorgibt.
- Ein CO2-Zertifikat ist das Recht eine bestimmte Menge (z.B. 1t) CO2 auszustoßen. Sie können im Rahmen des Emissionshandels gehandelt werden.
- Bei der CO2-Kompensation wird das produzierte CO2 an anderer Stelle eingespart oder gebunden.
Der aktuelle Stand (1. August 2019) ist der folgende:
- In Deutschland wird über die Einführung einer CO2-Steuer diskutiert, die Einnahmen sollen als Klimaprämie zurück an die Bürger gehen.
- Der EU-Emissionshandel umfasst ca. 11 000 Anlagen. Die Betriebe bekommen die Zertifikate komplett oder größtenteils kostenlos. Fehlende Zertifikate müssen gekauft werden während überflüssige Zertifikate (wenn man CO2 eingespart hat) verkauft werden können. Aktuell sind die Preis recht niedrig und somit der nutzen nicht so hoch. Das möchte die EU ändern indem die Menge der ausgegebenen Zertifikate (1 Zertifikat/1EMU = 1t CO2) gesenkt wird (sodass insgesamt weniger CO2 produziert werden darf). Wer zu wenige Zertifikate hat, muss 100 Euro/Tonne strafe zahlen.
- Die CO2-Kompensation findet sowohl auf freiwilliger als auch auf staatlicher Basis statt. Dabei wird das CO2 an anderer Stelle eingespart oder gebunden.
Die Idee bei der CO2-Steuer und beim Emissionshandel ist etwas nicht zu verbieten, sondern die Sache ganz marktwirtschaftlich über den Preis zu steuern. Wenn jemand übers Wochenende nach Mallorca fliegen möchte, kostet das ihn vlt. 20 Euro in eine Richtung. Nun wird dieser Flug nicht verboten, sondern teurer. Wer dann immernoch fliegen möchte, kann das machen – es werden aber weniger Menschen fliegen. Gleichzeitig bekommt die Fluggesellschaft einen größeren Anreiz CO2 einzusparen, da sie dann nicht nur Kerosin-Kosten, sondern auch Emissionsrechte oder CO2-Steuer spart.
Auch CO2-Emissionshandel und CO2-Kompensation haben eine Gemeinsamkeit: CO2 soll da eingespart werden wo es am günstigsten ist. Dem Klima ist es egal, ob das CO2 bei einem Kohlekraftwerk, bei einem Auto, bei einer Müllverbrennungsanlage oder bei einem Schiff eingespart wird. Für die Industrie ist es das aber u.U. nicht. So kann die Einsparung bei einem stark optimierten Auto u.U. sehr teuer sein während sie bei einem alten Schiff deutlich günstiger ist. Will ich jetzt x Tonnen einsparen, so ist es am günstigsten diese beim Schiff einzusparen oder umgekehrt: Wenn ich y Euro für die Einsparung ausgeben möchte, so kann ich beim Schiff am Meisten einsparen. Allerdings muss man hier teilweise auch auf die Details gucken: Wenn ich Aufforstung als CO2-Kompensation ansehe, muss ich auch das verbrennen von Holz als CO2-Ausstoß ansehen – auch wenn es eine regenerative Quelle ist – oder wenn ich das einsparen von Treibhausgasen (nicht nur CO2) bei einer alten Fabrik/einem alten Kraftwerk als CO2-Kompensation ansehe, kann ich es nicht bis in alle Ewigkeit als CO2-Kompensation ansehen, da die Fabrik irgendwann wohl trotzdem modernisiert oder stillgelegt worden wäre. Andererseits könnte ich es durchaus länge als nur im Jahr der Einsparung als Einsparung anrechnen.
Ein weiterer Vorteil eines CO2-Preises gegenüber festen Werten ist, dass sich die Rechnung wo einsparen sinnvoll ist, auch von Fall zu Fall unterscheiden kann. So ist die Einsparung z.B. bei einem Dieselgenerator, der als Notstromaggregat/Netzersatzanlage in einem Rechenzentrum vorhanden ist, aber nie läuft nicht wirklich sinnvoll. Trotzdem wäre sie ähnlich teuer wie bei einem gleichgroßen Dieselgenerator, der regelmäßig auf Baustellen zur Stromerzeugung genutzt wird und somit regelmäßig CO2 produziert.